Mit Multiple Sklerose zu leben bedeutet nicht nur, mit körperlichen Symptomen umzugehen.
Es bedeutet oft auch, erklären zu müssen, warum man erschöpft ist, warum man sich an Wände, Stühle festhalten muss, denn eigentlich sieht man „gesund“ aus. Warum manche Tage funktionieren — und andere plötzlich nicht mehr.

Ich musste lernen, mit einem Körper zu leben, der nicht immer berechenbar ist. LERNEN, dass viele Dinge nicht mehr so laufen wie vorher, ich umdisponieren muss, mich an meinen neuen Gegebenheiten anpassen. Und ich musste auch lernen, dass viele Menschen nur das sehen, was sichtbar ist. Leider hatte ich nun mal von Anfang der Diagnose unsichtbare Symptome wie z.B. Schwindel, sehr sehr sehr starke Schmerzen, Fatigue etc.

Es gab Momente, in denen ich mir gewünscht hätte, jemand würde einfach zuhören, statt sofort Lösungen zu suchen (wie „geh mal an die frische Luft und ernähre dich gesund, bla bla)  oder wegzusehen. Denn manchmal braucht ein Mensch keine Antworten.

Manchmal braucht er einfach Verständnis. 

Mit der Zeit habe ich begonnen, genauer hinzuhören — auf meinen Körper, meine Grenzen und auch auf das, was ich wirklich brauche.

Vielleicht ist genau das auch eine Form von Lernen.

Nicht schneller werden.
Nicht perfekt funktionieren.
Dafür annehmen, lieben, verstehen.

Nein ich habe nicht immer schöne Momente mit der MS, ab und zu möchte ich alles hinschmeissen, fühle mich so verloren wie nie zuvor, würde mir wünschen eine:n Ansprechpartner:in zu haben, jemand der/die mich ein Stück des Weges begleitet.

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